Robert Hammerling
Wilhelm Szabo
Gemeindemuseum

Robert Hamerling -Leben und Werk

Am 24. März 1830 wurde Robert Hamerling, der bedeutendste Waldviertler Dichter, in Kirchberg am Walde geboren. Sein Vater war als Weber tätig. Seine Mutter stammte aus Großschönau. Die Vorfahren Robert Hamerlings können in der Umgebung von Kirchberg am Walde bis ins 16. Jahrhundert nachgewiesen werden.
Zwei Jahre nach der Geburt des kleinen Robert verarmte die Familie völlig und mußte von Kirchberg wegziehen nach Großschönau, wo sie Unterkunft bei Verwandten fand. Der Vater bekam auf Schloß Engelstein Arbeit. Robert ging in Großschönau vier Jahre in die Volksschule. In seinem siebenten Lebensjahr schrieb er hier die ersten Verse.
1840 kam er durch die Vermittlung seines Großonkels Pater Ambros Haßlinger als Sängerknabe in das Stift Zwettl. Besonders ans Herz gewachsen war ihm Pater Hugo Traumihler, der das Talent des Knaben erkannt hatte und ihn zum Dichten ermunterte.
1844 ging er zum Weiterstudium an das Schottengymnasium nach Wien. Seine Armut zwang ihn, bei den Barmherzigen Brüdern einen Freitisch zu erbitten und Nachhilfestunden zu geben. Seine Eltern waren ebenso nach Wien gezogen, wo sie als Kammerdiener und Näherin Arbeit fanden.
1846 schloß Robert Hamerling das Mittelschulstudium ab und ging im Herbst auf die Universität, wo er Philosophie belegte. 1848 änderte er seinen ursprünglichen Namen Rupert Hammerling auf Robert Hamerling um. 1853 bewog ihn seine bedrängte finanzielle Lage, ein Lehramt als Mittelschullehrer für Latein und Griechisch anzunehmen. Dreizehn Jahre wirkte er in diesem Beruf in Wien, Graz und Triest, dann zwang ihn seine immer mehr durchbrechende Nierenerkrankung, in den Ruhestand zu treten. Er ließ sich in Graz als freier Schriftsteller nieder. 1867 besuchte er nochmals sein geliebtes Waldviertel.
Er starb nach langjährigem Leiden am 13. Juli 1889.

 

 

 

 

 

 

Wilhelm Szabo

  Geboren am 30. 8. 1901 in Wien, gestorben am 14. 6. 1986 ebenda. Szabo wuchs bei kleinbäuerlichen Zieheltern im niederösterreichischen Waldviertel auf, wo er später als Volks- und Hauptschullehrer arbeitete. 1933 machte er mit dem Gedichtband "Das fremde Dorf" als Proponent einer düster getönten Anti-Heimatdichtung auf sich aufmerksam. 1939 wurde er von den NS-Behörden aus dem Schuldienst entlassen. Als innerer Emigrant konnte er die Sammlung "Im Dunkel der Dörfer" in mehreren Auflagen publizieren. Nach Kriegsende kehrte er als Hauptschuldirektor in den Lehrberuf zurück und profilierte sich - u. a. als Übersetzer Sergej Jessenins - weiter als "ein letzter Dichter des Dorfs".

Gemeindemuseum

Das Museum ist im Rathaus, welches unter Bürgermeister, Präsident des Niederösterr. Landtages ,Mag. Franz Romeder errichtet wurde, untergebracht. Es entstand 1992-1993 durch die Mitarbeit eines Teams heimischer Lehrer. Dir. Willi Engelmayer, Mag. Herbert Hödl, HOL Ludwig Koller, HOL Josef Koppensteiner sammelten und ordneten in einjähriger Tätigkeit unter großem Verständnis der Bevölkerung über 2000 Objekte.
Die Sammlung wurde unter der wissenschaftlichen Beratung durch die NÖ Kulturabteilung/Landesmuseum, Dr. Werner Galler und Franz Groiß eingerichtet. Es zeigt in einem Raum folgende Schwerpunkte: Geologie, Klima und Bodennutzung des Quellgebietes der Deutschen Thaya, Bodenfunde der frühen Besiedlung des Waldviertels, Gerichtsbarkeit und Marktrecht, Kirche und Lebenswelt, Not- und Kriegszeiten, Bäuerliche Arbeitswelt, Fest- und Alltag, Handwerk und Gewerbe, bürgerliches Leben, Vereinsleben, Persönlichkeiten in der Gemeinde, Robert Hamerling, Bilder- und Dokumentensammlungen.

Besichtigung:
Jeden I. Sonntag im Monat, 9.00 -12.00 Uhr.
Jederzeit nach Voranmeldung im Gemeindeamt, 02829/234
oder bei den Betreuern: Dir. Willi Engelmayer, 02829/229 Mag. Herbert Hödl, 02829/395, HOL Ludwig Koller, 02829/660, HOL Josef Koppensteiner, 02829/7210